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Meditationswochenende im Kloster Schöntal 11.-13. Januar 2008

Weinsberger Nachrichtenblatt vom 24.1.2008
„Auf Unwesentliches verzichten ist wesentlich“

Der Dozent Heinz Scheel und der Musiker Hans-Jörg Eberle führten
die Teilnehmer zwei Tage lang durch das Wochenende in der besonderen
Atmosphäre des Klosters Schöntal. Neulinge, Quereinsteiger und Erfahrene
machten sich hier mit einer Palette von Meditationsmöglichkeiten vertraut.
Einstimmende Harfenklänge am Morgen, Übungen aus dem Tai Chi und Qi Gong,
meditative Bewegung, Klangandacht, Gehmeditation im Klosterhof und Sitzen
in der Stille waren eindrucksvolle Bausteine beim sich entwickelnden Tanz
des Werdens. Die Teilnehmer erhielten außerdem Unterlagen mit Texten und
Erläuterungen. Hans-Jörg Eberle interpretierte Texte musikalisch auf der
Guszheng, auf dem Monochord und mit Klangschalen. Am Abend luden Gespräche
zum Austausch untereinander ein. Grenzüberschreitungen, neue Erfahrungen
und Impulse, Herzenswärme und praktische Übungen für den Alltag ließen
entspannte und strahlende Gesichter folgen.
Eine junge Teilnehmerin berichtete. Ich fühle mich wach, präsent, richtig
hier. Eine andere Teilnehmerin lobte. Die beiden Dozenten verstehen es,
Menschen da abzuholen, wo sie sich gerade befinden. Das erste Meditationswochenende
der VHS-Weinsberg war für Besucher, Dozenten und Veranstalter eine gelungene
Fortsetzung des Themenschwerpunktes Meditation, Energie und Spiritualität.
Nach der positiven Resonanz wird es vom 2. bis 5. Oktober ein weiteres Seminar
mit dem Titel Meditation und Energie im Kloster Schöntal geben.
Wer sich angesprochen fühlt, kann in den laufenden und neuen
Meditationskursen dazu kommen. Es sind noch einzelne Plätze frei.


Auf der Suche nach dem Glück

Vortrag über Meditation und Buddhismus

Weinsberg. Den Blick auf fernöstliche Religionen und Lebensphilosophie
richtet das neue VHS-Programm in Weinsberg. „Bildung schließt für mich
Informationen über andere Religionen ein“, sagt die VHS-Außenstellenleiterin
Karin Ludwig. Die Auftaktveranstaltung für das Herbstsemester befasste
sich mit einem Vortrag über Meditation und Buddhismus.

Dass die Baukelter ausverkauft war, zeigte, dass sich viele Leute vom Thema
und vom Untertitel „Das Glück – ist es Schicksal, ist es käuflich, ist es lernbar?“
ansprechen ließen. Den Vortrag mit Heinz Scheel und Jörg Eberle, der auf dem
östlichen Saiteninstrument Guzheng begleitete, unterstützte die evangelische und
katholische Kirchengemeinde. Der Impuls entstand in dem theologischen Gesprächs-
kreis der evangelischen Kirche.

Kern der Religionen Verschiedene Facetten des Buddhismus hatte Heinz Scheel
vorgetragen. „Es gibt Jugendliche und Erwachsene, die mit verschiedenen Formen
von Spiritualität, aber auch Esoterik liebäugeln, ohne Erkenntnisse über das Wesen
und den Kern von Religionen zu haben“, sagte der evangelische Pfarrer Uwe Schulz.
Er sieht Bildung als notwendig an, „um sich im Wirrwarr der heutigen Zeit zurecht-
zufinden“. Heinz Scheel kam über fernöstliche Musik in den 70er Jahren zur Meditation.
Die Musik brachte ihn auch dazu, sich intensiv mit dem Buddhismus zu befassen.

Es war kein wissenschaftlicher Vortrag in einem nüchternen Saal. Im Raum leuch-
teten Kerzen. Auf dem mit Matten ausgelegten Podium befanden sich Sitzkissen.
Ein kleiner Beistelltisch diente als Konzeptablage. Zwergahorn und Bambuspflanzen er-
gänzten die Atmosphäre.

Der Weinsberger Bürger begab sich mit den Zuhörern aus allen Generationen auf die
Suche nach dem Kern. Er stellte Fragen in den Raum und ließ sie von Wissenschaftlern
und Philosophen beantworten. Er vermittelte Facetten und Prinzipien des Buddhismus.
„Das Ziel im Buddhismus ist die Überwindung von Leid“, sagte er. Der 55-Jährige führte
zu Bibelstellen. Er beschrieb den Weg des Siddhartha vor 2500 Jahren, der nach
Reichtum und Askese die Erleuchtung in der Mitte fand. „Glück ist lebbar, Glück ist
im Fluss sein“, beantwortete Scheel die im Untertitel gestellte Frage.

Poetisch und bildhaft, fundiert in den Informationen, ergänzt mit Gesprächen und
aktuellen Bezügen, strukturierte der Autor des Buches „Vom Tanz des Werdens“ seinen
Vortrag. Dazwischen gab es Zeit zum Nachdenken und Genießen bei den kristallenen,
tropfenden und tanzenden Klängen, die Jörg Eberle dem Saiteninstrument Guzheng
entlockte. „Ich habe etwas für den Alltag mitgenommen“, teilte ein Gast mit.
Die Ansätze aus Physik, Philosophie und Religion fand ein männlicher Zuhörer
interessant. „Da habe ich michein Stück weit wiedergefunden“, meinte eine junge
Zuhörerin. „Die Kombination von Wort und Musik war sehr gut“, sagte eine andere
Besucherin.

Heilbronner Stimme 11. Oktober 2007, Margit Stöhr-Michalsky


Kultur Regional

Benefiz-Soiree in Weinsberg

Was Leben wirklich bedeutet

"Nicht dem Leben mehr Tage, sondern dem Tag mehr Leben geben",
lautet das Motto der internationalen Hospizbewegung, das den Besuchern
der Benefiz-Soiree des Franken-Hospiz Weinsberg in der Baukelter mit
Texten und Musik vermittelt wurde.

Mit den "Frühlingsklängen", dem Liebeslied und "Auf einer Düne" stell-
te Heinz Scheel seine Lyrik vor, in der er ein farben- und klangreiches Bild
entwirft. Die romantischen Gedichte zeugen vom puren Lebensgenuss,
wenn der Dichter die Gefühle beschreibt, die "uns im Wonnefest entfesseln".
Wie wichtig der Genuss des Lebens ist, bevor er "dahinwelkt", und wie man
es genießen kann, verdeutlichen auch die beiden Gedichte von Miriam Bouye.
Die das erst zwölf Jahre alte und dennoch geistig sehr reife Mädchen selbst
vortrug. So fragt sie sich in "Verankert", "warum Menschen ihre Seelen nicht
driften lassen wollen". Von der Rastlosigkeit unserer heutigen Zeit, in der
"die Dynamiker der Zeit hinterher rasen, allerdings, ohne sie einzuholen"
ist auch in den "Reflexionen" die Rede.

Die Schauspielerin Hildegard Metz und Heinz Scheel lasen die satirisch-
sozialkritischen Texte, und ihre Worte gingen in die Musikstücke über, die
zwischen den Texten von Robert Rühle und Marion Potyka gespielt wurden.
In kurzen Impressionen übersetzten die Klarinettistin und der Pianist den
Wortlaut in Musik, die den Worten entsprechend mit heiteren Dur- oder
düsteren Moll-Klängen einherkam. Die Weibertreuposse "Kerners Geisterturm
und König Konrads Urteil" von Scheel, in der es auch um die Trunkenheit der
Burschen geht, die König Konrad zu "lebenslänglichem Ehekerker" verurteilt,
klang in einer Variation von Schumanns „Des Sängers Trost“ nach.

Mit dem Dialog "Tor des Leben", in dem es um den zenbuddhistischen
Mönch Ryokan geht, der einem 80-jährigen Schüler die Kunst des Lebens-
abends beibringt, klang das Programm aus, das dem Besucher das Ziel des
Hospiz "Leben geben" nahe gebracht haben dürfte.

Heilbronner Stimme 13. April 2005, Martina Kitzing-Bretz




 

   
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